Bei mir bleiben

Früher dachte ich oft,
Grenzen setzen bedeutet Härte.

Heute weiß ich:
Es bedeutet Ehrlichkeit.

Es bedeutet, mich selbst nicht mehr zu verlassen,
nur damit andere bleiben können.

Ich bin ein einfühlsamer Mensch.
Ich spüre viel.
Ich verstehe oft auch das, was Menschen nicht aussprechen.

Und genau deshalb habe ich mich manchmal zu weit von mir entfernt.

Ich habe Verständnis gezeigt,
obwohl etwas in mir längst „Nein“ gesagt hat.
Ich habe geschwiegen,
um Harmonie zu bewahren.
Ich habe versucht, es für alle richtig zu machen.

Bis ich gemerkt habe,
wie müde mein Herz davon geworden ist.

Grenzen setzen fühlt sich für mich nicht laut an.
Nicht kalt.
Nicht hart.

Es fühlt sich an wie ein ruhiges Zurückkommen zu mir selbst.

Zu meinen Werten.
Zu dem, was sich für mich richtig anfühlt.
Zu dem, was ich tragen kann – und was nicht mehr.

Ich glaube, Haltung zu zeigen bedeutet nicht, gegen andere zu kämpfen.
Sondern klar zu bleiben, auch wenn das Außen etwas anderes erwartet.

Mich selbst ernst zu nehmen.
Auch dann, wenn es unbequem wird.

Denn jedes Mal, wenn ich über meine eigenen Grenzen gehe,
verliere ich ein kleines Stück Verbindung zu mir.

Und jedes Mal, wenn ich bei mir bleibe,
wächst etwas in mir:

Ruhe.
Selbstachtung.
Vertrauen.

Ich muss nicht laut werden,
um klar zu sein.

Und ich muss mich nicht erklären,
wenn etwas nicht mehr zu meinen Werten passt.

Vielleicht ist genau das gerade meine Aufgabe:
Nicht mehr überall dazugehören zu wollen,
sondern dort echt zu sein, wo ich bin.

Bei mir.
In meiner Haltung.
In meinem Herzen.

🌿
Jasmin


Wo in deinem Leben darfst du gerade klarer für dich selbst und deine Werte einstehen?

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